MÜHLLEITEN Anno Dazumal

G’schichtn aus Mühlleiten vom 18.08.2015. Die Hirschbrunft hat begonnen.

Seit dem 18. August 2015 röhren wieder die mächtigen Auhirsche im kaiserlichen Jagdrevier von Mühlleiten bei Groß-Enzersdorf. Zu Kaiser Franz-Josefs Geburtstag hat die Hirschbrunft begonnen.

Bronzeabguss des 1000. Hirschen im Mühlleitner Jagdrevier

Die Jagd nahm in der romantischen Gemeinde schon immer einen wichtigen Platz ein, wie der ehemalige Oberförster Josef Wimmer zu berichten weiß. Die Veranda seines Hauses schmückt ein bronzener Hirsch, ein Abguss des 1000. Exemplars, das am 3. Dezember 1897 in Mühlleiten von Erzherzog Franz Ferdinand erlegt wurde. Ursprünglich schmückte dieser ein Marterl mit Gedenktafel am ehemaligen Königshaufen. Während des Krieges und durch den Bau des Donau-Oder-Kanals fiel diese Gedenktafel den Bauarbeiten und damit dem Verfall zum Opfer. Allerdings wurde der Holzstock des alten Marterls vom damaligen Praktikanten Josef Wimmer gefunden und mit dem Fahrrad heimgebracht. Jahre später, anlässlich der Pensionierung des Berufsjägers Manur sen. stellte sich dieser bei Revierförster Wimmer ein und meinte: “Du ich habe den Oberteil des Holzstocks mit dem Bronzenen Abguss des 1000. Hirschen. Ich schenke ihn dir zu deinem Holzstock dazu“. Oberförster Wimmer hatte bis zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung davon, dass der Bronzeguss überhaupt noch existierte und freute sich sehr darüber. Seitdem nimmt er auf der Veranda einen Ehrenplatz ein.

Die Gastgeber Oberförster i.R. Josef Wimmer und seine Gattin Margarethe

Josef Wimmer war in Mühlleiten und im Forsthaus Kühwörth ca. 40 Jahre Revierförster. Der erste Diensttag war der 1. Februar 1949. Er ist seit 60 Jahren verheiratet und lebt sehr gerne in Mühlleiten.

Den ehemaligen Mühlleitner Oberförster Josef Wimmer und die Freiwillige Feuerwehr verbindet eine ganz besondere Freundschaft

An jedem 18. August lädt Oberförster Wimmer die Freiwillige Feuerwehr Mühlleiten zu einem kleinen Fest ein. Das hat auch seine besondere Bedeutung.Oberförster Wimmer züchtet schottische Hochlandrinder. Einige von ihnen sind sehr unternehmungslustig und verlassen, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt, ganz gerne ihre Weide, um sich ein wenig in Mühlleiten umzuschauen. Und IMMER ist die Freiwillige Feuerwehr zur Stelle, um die Ausreißer sicher und rasch wieder zurück auf die heimatliche Weide zu bringen.

So auch heuer. Neben Feuerwehrkommandant Walter Lindner, fanden sich der Ranger der Bundesforste Ernst Hödl, die Löschmeister Hermann und Josef Röhrer, Ehrenlöschmeister Franz Holzer, Verwaltungsmeister Orestes Ribitsch, Oberfeuerwehrmann Markus Raab, Ehrenlöschmeister KommRat Karl Miskarik, Brandinspektor Peter Holy und Ehrenhauptverwaltungsmeister Leopold Krumpholz zusammen.

G’schichten von berühmten Jagdgästen

v.li.n.re. : FKdt. W.Lindner, LM Josef Röhrer, Margarethe Wimmer, ELM Karl Miskarik, OFM Markus Raab, VM Orestes Ribitsch, ELM Franz Holzer, Ranger Ernst Hödl, LM Hermann Röhrer
FKdt. Walter Lindner, EHVM Leopold Krumpholz, BI Peter Holy, LM Josef Röhrer, Josef und Margarethe Wimmer, ELM Karl Miskarik, LM Hermann Röhrer

Und Gschichtn gibt’s da zu hören. So erzählte beispielsweise Ranger Ernst Hödl, dass die Straße von Groß-Enzersdorf nach Mühlleiten die erste betonierte Straße des Marchfeldes war. Und warum? Weil Reichsmarschall Göring schon seinerzeit hier im Reichsjagd- und Reichsnaturschutzgebiet auf die Jagd gehen wollte. In jedem Jahr fanden sich zur Hirschzeit berühmte Jagdgäste in Mühlleiten ein. So z.B. Franz Josef Strauß, ehemaliger bayrischer Minister, Otto von Habsburg, Hannes Androsch, Leopold Figl damals Außenminister, der von den Bundesforsten zur Jagd eingeladen und von Revierförster Wimmer am Rücken durchs Wasser getragen wurde. Schuld daran war die Kleidung. Figl kam zwar korrekt jagdlich gekleidet, doch für das Hochgebirge. Die Pirsch führte allerdings durch die Au. Am Ufer der Schwadorfer Rinne, wo das Wasser etwa stiefelhoch stand, war es für Figls Jagdschuhe vorbei. Der junge Revierförster wollte den Außenminister nicht dazu auffordern, die Schuhe auszuziehen, also nahm er ihn auf den Rücken und trug ihn durch den Graben. Einige Jahre später wurde Wimmer in der damals noch eigenen Gemeinde Mühlleiten, Gemeinderat. Damals wollte man die Kanalstraße für die Mühlleitner sperren und sie über Oberhausen schicken. Damit waren die Mühlleitner allerdings nicht einverstanden und reichten beim Landeshauptmann eine dementsprechende Petition ein. Figl war damals Landeshauptmann, Bohun Bürgermeister, Zecher Vizebürgermeister und Wimmer als junger Gemeinderat durfte die beiden zum Landeshauptmann begleiten. Bei der üblichen Vorstellung durch Figls Sekretär, meinte der Landeshauptmann, auf den Gemeinderat deutend:“den kenn ich, der hat mich schon durchs Wasser getragen“. Figl hatte sich den Revierförster Josef Wimmer auch noch viele Jahre nach dem Jagderlebnis gemerkt.

Begegnung mit Prinz Philip

Prinz Philip und Josef Wimmer am 03.05.1984

Als Revierförster der österreichischen Bundesforste hatte ich die Ehre am 03. Mai 1984 Prinz Philip allein mit einer Holzzille einige Schönheiten der Natur im heutigen Nationalpark Donauauen zu zeigen. Prinz Philip ist der Duke of Edinburgh und er ist der Prinzgemahl der britischen Königin Elisabeth II.
Prinz Philip war damals Präsident einer internationalen Naturschutzorganisation. Beruflich hatte ich öfter alltäglich Gäste zu betreuen. Die kurze Zeit mit Prinz Philip habe ich noch in angenehmer Erinnerung. Oberförster Josef Wimmer

Fortsetzung folgt:

zur Schlussrunde Ende gut – alles gut

Das sind aber nur einige G’schichtn und wir freuen uns schon darauf, weitere zu präsentieren. Alle Gäste freuten sich über den gelungenen Abend und ließen die Gastgeber hoch leben.

                                                                                                             Sonja Henkel

                                                                                                             OBI Walter Lindner

Das war mit unseren Dorfkindern Halloween 🦇 31.10.2016

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